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Sicherheitslücke bei Schnurlos-Telefonen
Telefone mit DECT-Standard könnten leicht manipuliert werden
Forscher der Technischen Universität Darmstadt haben in Kooperation
mit der Bauhaus-Universität in Weimar, der Universität Luxemburg
und dem Chaos Computer Club Sicherheitslücken bei Schnurlos-Telefonen
entdeckt. Betroffen sind Telefone, die den weltweit meistgenutzten Standard
für schnurlose Telefonie DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunication)
verwenden.
Ein Angreifer könnte mit geeigneter Technik Daten über DECT-Geräte
illegal abhören, umleiten oder Anschlüsse für eigene Zwecke
missbrauchen. Die für eine Manipulation erforderlichen Fachkenntnisse
sowie Kosten und Zeitaufwand sind sehr gering. Als sichere Alternative
gelten derzeit vor allem Schnur-Telefone und reine WLAN-Telefone. Nachträgliche
Sicherheits- Updates sind bei den meisten Geräten nicht möglich.
Handys und öffentliche Mobilfunknetze arbeiten ohne DECT und sind
daher von dieser Entdeckung nicht betroffen.
DECT überträgt per Funk Sprache oder Daten über kurze Distanzen
zwischen Basisstationen und Mobilteilen gängiger schnurloser Telefone.
Alle Geräte zum Beispiel eines büroweiten Funknetzes erkennen
sich dabei über eine geheime Zahlenfolge.
“Selbst bei aktivierter Verschlüsselung ist es relativ einfach,
sich zum Beispiel von einem in der Nähe geparkten Auto aus in ein
privates DECT-Funknetz einzuklinken“, erklärt Erik Tews, einer
der an der Entdeckung beteiligten Forscher von der TU Darmstadt. Die Wissenschaftler
konnten bei Ihren Tests netzfremde Basisstationen mit Mobilteilen interner
DECT-Funknetze verbinden. Über diese Verbindung können mit entsprechender
Software Gespräche abgehört oder auf netzfremde Geräte
umgeleitet werden. „Uns ist wichtig, dass alle Nutzer informiert
sind und bei Bedarf reagieren können, bevor Ihnen ein Schaden entsteht“,
betont der Informatiker.
Ein Sicherheits-Update über neue Software ist nur bei wenigen Geräten
möglich. Diese weisen allerdings weitere Angriffsstellen auf und
können daher ebenfalls als unsicher gelten. „Aktuell wäre
die sicherste und kostengünstigste Alternative der Umstieg auf Schnur-Telefone“,
folgert Tews. Sicherheit in der Informations- und Datenverarbeitung ist
von großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. „Mit
den vorhandenen Methoden sind die steigenden Sicherheitsansprüche
langfristig nicht zu erfüllen“, erläutert Professor Dr.
Johannes Buchmann vom Fachbereich Informatik an der TU Darmstadt. Als
Direktor des neu gegründeten Center for Advanced Security Research
Darmstadt (CASED) steht für ihn deshalb die Weiterentwicklung der
Computersicherheitstechnik von den theoretischen Grundlagen bis zur Konzeption
neuer, praktikabler Datenschutz-Methoden im Vordergrund.
„CASED wird international eng mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen
zusammenarbeiten. Dabei ist ein Ziel, die Sicherheit von Geräten
und Systemen über deren gesamte Lebensdauer zu ermöglichen“,
ergänzt Buchmann. Das Zentrum bündelt die Kompetenzen der TU
Darmstadt, des Fraunhofer Institut SIT und der Hochschule Darmstadt im
Bereich IT-Sicherheit.
Weitere Informationen:
www.cased.de
Video
des ZDF-Beitrags in Frontal21 vom 21.01.09
he
Ansprechperson
Anne Grauenhorst, Center for Advanced Security Research - CASED
Tel. +49 6151 166185
E-Mail: grauenhorst@cased.de
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