Wie in anderen Forschungsgebieten gibt es auch bei Elektrosmog Studien, die Effekte gefunden haben und Studien, die keine gefunden haben. Leider muss man feststellen, dass trotz vieler Untersuchungen speziell seit den 90er Jahren die Erkenntnisse noch immer sehr lückenhaft sind. Das ist mit ein Grund für die unterschiedlichen Aussagen zu Fragen der gesundheitlichen Auswirkungen.

Die derzeit vorhandenen Grenzwerte schützen uns vor Erwärmung durch Hochfrequenz (ähnlich wie bei der Mikrowelle) und vor Nerven- und Muskelreizungen durch Niederfrequenz – also vor akuten Wirkungen. Langzeitfolgen niedriger Einwirkungen werden nach diesem Konzept als nicht möglich angesehen. Dennoch hat die Internationale Krebsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) niederfrequente Magnetfelder 2001 und hochfrequente Felder 2011 als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft. Nach dieser Einschätzung sind langfristige Auswirkungen niedriger Feldstärken möglich.

Überblick über mögliche Auswirkungen schwacher elektromagnetischer Felder

Im Bioinitiative Report wurden mögliche Auswirkungen durch elektromagnetische Felder aufgezeigt. Diese Studienanalyse wurde von einer internationalen Arbeitsgruppe bestehend aus namhaften Wissenschaftlern erstellt.

Mögliche Auswirkungen durch schwache niederfrequente Felder

  • DNA-Schäden und fehlerhafte Reparatur von DNA-Schäden (Genotoxizität)
  • Beeinflussung des Nervensystems
  • Kinderleukämie
  • Verringerung der Melatoninproduktion
  • Risikofaktor für Alzheimer
  • Aktivierung von Stressproteinen

Mögliche Auswirkungen durch schwache hochfrequente Felder

  • Schädigung der Spermien und der Fortpflanzung (Verringerung der Beweglichkeit und Lebensfähigkeit)
  • Auswirkungen auf Föten und Neugeborene (Hyperaktivität, Verhaltensprobleme)
  • Erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke (Schadstoffe aus dem Blut können ins Gehirngewebe eindringen)
  • Risikofaktor für Hirntumore (Gliome, Akustikusneurinome)
  • DNA-Schäden und fehlerhafte Reparatur von DNA-Schäden (Genotoxizität)
  • Beeinflussung des Nervensystems
  • Aktivierung von Stressproteinen

Weitere Studien finden sich auf www.emf-portal.de und studien.diagnose-funk.org.

Ob Effekte langfristig zu gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen führen, ist – da es Befunde sowohl dafür als auch dagegen gibt – wissenschaftlich umstritten und kann erst durch weitere Untersuchungen und Forschungsarbeiten geklärt werden. Bis dahin sollte das Vorsorgeprinzip zur Minimierung von künstlichen elektromagnetischen Feldern gelten. Das empfehlen auch die Wiener Ärztekammer und der Oberste Sanitätsrat. Das Bundesministerium für Gesundheit gibt unter „Broschüren zum Thema Elektromagnetische Felder“ Informationen und Tipps zu diesem Thema.

Grenzwerte / Richtwerte

Die geltenden Grenzwerte für elektromagnetische Felder sind ausreichend, um die bis jetzt nachgewiesenen Gefahren zu vermeiden, reichen aber nicht aus, um Vorsorge für mögliche gesundheitliche Risiken zu treffen.
Solange die gesundheitliche Unbedenklichkeit schwacher elektromagnetischer Felder nicht erwiesen ist, sollte man sich aus Vorsorgegründen an die baubiologischen Richtwerte für Schlafbereiche des Instituts für Baubiologie + Ökologie Neubeuern (IBN) halten. Diese Richtwerte basieren in erster Linie auf Erfahrung. Es wurde die Reaktion von häufig kranken Menschen beobachtet, wenn man nach langer Zeit – speziell im Schlafbereich – Belastungsfaktoren entfernt. Die Richtwerte werden in Absprache mit der Standardkommission des IBN, Baubiologen und Ärzten immer wieder neuen Erkenntnissen angepasst.